Pico de las Nieves – Aussichtspunkt auf dem Dach Gran Canarias
Höchster Berg, Pozo de las Nieves und Blick auf Roque Nublo und Teide
Der Pico de las Nieves zählt zu den meistbesuchten Aussichtspunkten Gran Canarias. Vom Mirador im Inselzentrum reicht der Blick bei klarer Sicht bis zum Roque Nublo und zum Teide auf Teneriffa, während sich darunter oft ein Wolkenmeer ausbreitet.
Überblick
Mit 1.949 Metern gilt der Pico de las Nieves traditionell als höchster Berg Gran Canarias – tatsächlich überragt ihn der direkt benachbarte Morro de la Agujereada mit 1.956 Metern noch knapp, ist allerdings durch eine militärische Sperrzone nicht frei zugänglich. Der für Besucher erreichbare Mirador liegt im geografischen Zentrum der Insel, an der Grenze der Gemeinden Tejeda, San Mateo und San Bartolomé de Tirajana, und gehört zum Schutzgebiet rund um den Nationalpark Roque Nublo. Eine gut ausgebaute, asphaltierte Straße führt direkt bis zum Parkplatz neben dem Aussichtspunkt – besonders um die Mittagszeit ist hier mit regem Besucherverkehr zu rechnen.
Der Ausblick: Roque Nublo, Maspalomas und das Wolkenmeer
Vom Mirador öffnet sich ein 180-Grad-Panorama über die Inselmitte. Im Westen erhebt sich der markante Roque Nublo, im Süden lassen sich bei guter Sicht die Dünen von Maspalomas erahnen, und an besonders klaren Tagen ist sogar der rund 111 Kilometer entfernte Teide auf Teneriffa zu erkennen. Eine Besonderheit liefert die nördliche Bergkette zwischen Cruz de Tejeda und Artenara: Sie blockiert die vom Atlantik heranziehenden Passatwolken und sorgt so für den bekannten Wetterunterschied zwischen dem oft bewölkten Las Palmas im Norden und dem trockenen, sonnigen Süden rund um Maspalomas – ein Effekt, der lokal auch als „Panza de Burro" (Eselsbauch) bekannt ist, wenn sich die graue Wolkendecke über der Hauptstadt staut. Wer den Pico de las Nieves an einem Tag mit tiefliegenden Wolken besucht, erlebt von oben ein eindrucksvolles Wolkenmeer – für viele der eigentliche Höhepunkt des Ausflugs.
Funkanlagen und militärische Sperrzone
Direkt am Gipfelbereich des Pico de las Nieves befindet sich eine militärische Kommunikationsanlage mit zahlreichen Antennen, die zu diesem Zweck nicht öffentlich zugänglich ist. Auch der unmittelbar benachbarte Morro de la Agujereada liegt im Randbereich dieser Sperrzone. Weitere bedeutende Funk- und Radarinstallationen der Insel, etwa der Komplex am nahegelegenen Pico de la Gorra zur Steuerung des kanarischen Flugverkehrs, prägen die Kuppenlandschaft der Cumbre – ein Hinweis darauf, wie strategisch wichtig diese zentrale Hochlage für Kommunikation und Luftraumüberwachung der gesamten Inselgruppe ist.
Pozo de las Nieves – als der Schnee zu Geld wurde
Seinen Namen verdankt der Berg den historischen Schneegruben, die hier zwischen dem 17. und 19. Jahrhundert angelegt wurden. Da es auf der Cumbre in kalten Wintern regelmäßig schneite, ließ das Cabildo (die Inselregierung) ab 1694 mehrere gemauerte Brunnen errichten, in denen die gesammelte Schneemenge verdichtet und mit Stroh und Zweigen isoliert wurde. Das so gewonnene Eis diente der Konservierung von Lebensmitteln und der Zubereitung von Erfrischungsgetränken in der Inselhauptstadt und wurde von Lastträgern mühsam ins Tal transportiert. Von ursprünglich vier Pozos sind heute noch zwei erhalten und gut zugänglich; ein dritter wurde beim Bau der militärischen Anlage zerstört. Mit der Eröffnung der ersten industriellen Eisfabrik in Las Palmas im Jahr 1866 verschwand dieses traditionelle Gewerbe endgültig.
Das Felsfenster La Gañifa
Nur wenige Gehminuten vom Mirador entfernt liegt ein kleines natürliches Felsfenster, lokal als Ventana de la Gañifaoder Ventana de la Agujerada bekannt. Durch die schmale Öffnung im Gestein lässt sich bei klarer Sicht der Roque Nublo wie durch einen Bilderrahmen fotografieren – ein beliebtes Motiv für Erinnerungsfotos. Der Zugang erfolgt über einen kurzen, aber steilen und ungesicherten Trampelpfad nahe an Abgründen; festes Schuhwerk ist hier unverzichtbar. Zu verwechseln ist dieses Fenster nicht mit der bekannteren, größeren Ventana del Nublo, die rund drei Kilometer weiter südlich auf einer eigenen Wanderroute liegt.
Wanderwege über die Cumbre
Mehrere markierte Senderos führen direkt am Pico de las Nieves vorbei und verbinden ihn mit anderen Höhepunkten der Inselmitte. Die bekannteste Route, der Sendero S-51, führt von Llanos de la Pez über den Pico de las Nieves bis zum Fuß des Roque Nublo, vorbei an der zum Weltkulturerbe zählenden Kulturlandschaft Risco Caído und durch dichten kanarischen Kiefernwald. Auch der GR-131, der Höhenweg, der die gesamte Cumbre durchquert, berührt die Gegend. Die Pfade sind überwiegend gut ausgetreten, führen aber stellenweise über steiniges, unebenes Terrain und in der Nähe von Steilkanten – festes Wanderschuhwerk ist Pflicht, Sandalen oder Flip-Flops sind hier denkbar ungeeignet.
Ausflüge in der Nähe
| Ziel | Entfernung | Beschreibung |
|---|---|---|
| Roque Nublo | ca. 9 km | Das markante Felssymbol der Insel, erreichbar über Sendero S-51 oder per Auto bis Ayacata |
| Cruz de Tejeda | ca. 10 km | Historischer Pilgerort und Ausgangspunkt zahlreicher Wanderwege über die Cumbre |
| Roque Bentayga | ca. 13 km | Archäologisch bedeutender Felsen mit Höhlensiedlungen der Ureinwohner |
| Vega de San Mateo | ca. 12 km | Landwirtschaftliches Marktstädtchen mit bekanntem Wochenendmarkt |
| Caldera de Tejeda | ca. 12 km | Eindrucksvoller Vulkankrater mit Blick auf Roque Bentayga und Teide |