Puerto de Mogán: Fischerhafen und Marina im Südwesten

216 Liegeplätze, Fischmarkt, Angelausflüge und Walbeobachtung am Atlantik

Puerto de Mogán im Südwesten Gran Canarias vereint Yachthafen, Fischereihafen und engmaschige Kanäle im Stil eines kleinen Venedig. Hinter den bunten Fassaden liegt eine aktive Fischerflotte, die Restaurants und Fischmarkt täglich mit frischem Fang versorgt. Die Marina bietet 216 Liegeplätze, Angelausflüge und Whale-Watching-Touren, während direkt nebenan ein künstlicher Sandstrand zum Baden einlädt.

Überblick

Dort, wo die Autobahn GC-1 an der Südwestküste Gran Canarias endet, liegt Puerto de Mogán – ein Ort, der Fischerhafen, Yachthafen und Postkartenmotiv zugleich ist. Schmale Salzwasserkanäle durchziehen die Häuserzeilen, kleine Brücken verbinden die Gassen, und an der Marina liegen Luxusyachten neben den bunten Booten der ortsansässigen Fischer. Wegen dieser Kanäle hat sich der Beiname „Klein Venedig" oder „Venedig des Südens" durchgesetzt. Anders als viele Ferienorte im Süden der Insel hat Puerto de Mogán seinen dörflichen Charakter bewahrt: Häuser dürfen hier maximal zwei Stockwerke hoch sein, die großen Hotelanlagen liegen einige Kilometer entfernt außer Sichtweite des Hafenbeckens.

Vom Fischerdorf zum „Klein Venedig" – Geschichte und Entwicklung

Ursprünglich war Puerto de Mogán nicht mehr als der kleine Anleger des 12 Kilometer landeinwärts gelegenen Bergdorfs Mogán, in dem sich Fischerfamilien aus Fuerteventura und Valencia niederließen. Erst zwischen 1983 und 1988 entstand nach einem Entwurf des Architekten Rafael Neville die heutige Ferienanlage rund um den alten Hafen. Ziel war es, das historische Fischerdorf in seinem Ursprung zu erhalten und gleichzeitig touristisch zu erschließen – mit postmoderner, andalusisch inspirierter Architektur, weißen Fassaden, bunten Fensterläden und blühender Bougainvillea an jeder Hausecke. Die Gemeindeverwaltung von Mogán untersagte mehrstöckige Neubauten direkt am Hafen, sodass der maritime Charme bis heute erhalten blieb. Wer mehr über die Frühgeschichte der Bucht erfahren möchte, findet am westlichen Hang die archäologische Stätte Cañada de los Gatos – eine vorspanische Siedlung, die seit 2015 für Besucher zugänglich ist.

Die Marina: Yachthafen mit 216 Liegeplätzen

Den größten Teil des künstlich angelegten Hafenbeckens nimmt die Sportboot-Marina ein. Sie verfügt über 216 Liegeplätze für Boote bis 45 Meter Länge, verteilt auf einen 275 Meter langen Wellenbrecher und vier Steganlagen mit einer Wasserfläche von rund 36.500 Quadratmetern. Der Tiefgang schwankt je nach Gezeiten zwischen rund zwei und sechs Metern. Für die Bootspflege steht ein Travellift mit 70 Tonnen Hubkraft zur Verfügung, dazu kommen eine Tankstelle, ein Segelmacher, eine Bootswerft und ein durchgehender Wachdienst. Die Marina trägt die Blaue Flagge für vorbildlichen Umweltschutz und zählt zu den meistgenutzten Yachthäfen im Süden Gran Canarias – nicht zuletzt, weil viele Boote aus Nordeuropa hier über Winter ankern.

Fischerei und frischer Fisch in den Restaurants

Im hinteren, ruhigeren Teil des Hafens liegt der eigentliche Fischereihafen mit den Booten der einheimischen Fischer. Anders als an vielen anderen Touristenorten Gran Canarias wird hier noch täglich gefischt: Am kleinen Fischmarkt direkt am Kai kann man beobachten, wie der Fang sortiert, gereinigt und verkauft wird – mit etwas Glück ist auch ein meterlanger Thunfisch dabei. Ein großer Teil dieses frischen Fischs landet wenig später in den umliegenden Restaurants, die ihn klassisch gegrillt oder als Filete de pescado servieren. Dazu gehören die kanarischen Papas Arrugadas mit Mojo-Sauce, aber auch internationale Küche für jeden Geschmack.

Angelausflüge und Hochseefischen

Direkt an der Marina bieten mehrere Anbieter Hochseeangel-Ausflüge an, bei denen Gäste mit ausgerüsteten Booten auf Thunfisch, Goldmakrele (Dorade) und andere atlantische Arten fischen können. Die Touren dauern in der Regel mehrere Stunden und eignen sich sowohl für erfahrene Angler als auch für Einsteiger, die das Hochseefischen einmal ausprobieren möchten. Wer kein eigenes Boot chartern will, findet direkt an den Kaimauern entsprechende Anbieter und Aushänge mit aktuellen Terminen.

Whale Watching und Delfinbeobachtung

Puerto de Mogán zählt neben Puerto Rico zu den wichtigsten Ausgangspunkten für Wal- und Delfinbeobachtungstouren im Süden Gran Canarias. Vor der Steilküste lebt eine ortstreue Population Grindwale, dazu kommen regelmäßige Sichtungen von Großen Tümmlern und gelegentlich Pottwalen. Die beste Sichtungszeit liegt zwischen April und Oktober, möglich sind Touren aber ganzjährig. Je nach Anbieter dauern die Ausflüge zwischen zwei und viereinhalb Stunden, vom Katamaran mit Schnorchelstopp bis zur kleinen Luxusyacht mit Verpflegung. Seriöse, lizenzierte Anbieter halten dabei gesetzlich vorgeschriebene Mindestabstände ein und verzichten auf Anfütterung oder Annäherung an die Tiere.

Der künstliche Strand Playa de Mogán

Direkt neben dem Hafen liegt der künstlich angelegte Playa de Mogán: ein rund 190 Meter langer, goldgelber Sandstrand, der durch zwei Wellenbrecher vor starkem Wellengang geschützt wird. Das Wasser ist dadurch auch für Familien mit kleinen Kindern gut geeignet, während sich Schnorchler an den Felsen der Buchteinfahrt austoben können. Entlang der Promenade gibt es Liegen, Sonnenschirme und Tretboot-Verleih, dazu kleine Kioske für Erfrischungen.

Wochenmarkt und Flair der engen Gassen

Jeden Freitagvormittag verwandelt sich die Marina in einen lebhaften Wochenmarkt: Stände mit Obst, Gemüse, Kunsthandwerk und kanarischen Spezialitäten ziehen Besucher von der ganzen Insel an. Wer abseits des Markttrubels die ursprüngliche Atmosphäre sucht, schlendert durch die engen Gassen oberhalb des Hafens, vorbei an blumengeschmückten Rundbögen, bis hinauf zu einem kleinen Aussichtspunkt mit Panoramablick über Hafen, Kanäle und Atlantik.

Verkehrsverbindungen

Mit dem Auto erreicht man Puerto de Mogán über die Autobahn GC-1, die direkt bis zur Ausfahrt am Ort führt. Entlang der Seitenstraßen stehen kostenlose Parkbuchten zur Verfügung, ebenso ein größerer kostenfreier Parkplatz nahe dem Einkaufszentrum am Ortseingang (rund 10 Gehminuten zum Hafen). Direkt am Hafenbecken gibt es zusätzlich kostenpflichtige Stellplätze.

Der Busbahnhof „Estación Puerto de Mogán" liegt zentral am Ortsrand und wird von mehreren Guaguas-Global-Linien angefahren, unter anderem von Las Palmas (Linien 1 und 91), von Playa del Inglés (Linie 32 sowie Linie 33 über Puerto Rico), weiter Richtung Nordwesten nach Aldea de San Nicolás (Linie 38) sowie ins Bergdorf Mogán (Linie 84).

Alternativ verkehren mehrmals täglich Glasboden-Fähren der Reedereien Líneas Salmón und Líneas Blue Bird zwischen Arguineguín, Anfi del Mar, Puerto Rico und Puerto de Mogán – eine entspannte Art der Anreise mit Blick auf die Steilküste.

Verbindung Linie / Anbieter Hinweis
Las Palmas – Puerto de Mogán Buslinie 1 / 91 Direktverbindung
Playa del Inglés – Puerto de Mogán Buslinie 32 mehrmals täglich
Playa del Inglés – Puerto Rico – Puerto de Mogán Buslinie 33 mit Zwischenstopp
Puerto de Mogán – Aldea de San Nicolás Buslinie 38 Bergstrecke Nordwestküste
Puerto de Mogán – Mogán (Bergdorf) Buslinie 84 Zubringer ins Hinterland
Puerto Rico / Arguineguín – Puerto de Mogán Fähre Líneas Salmón / Blue Bird ca. 30 Min. ab Puerto Rico

Attraktionen in der Nähe

Ziel Entfernung Beschreibung
Cañada de los Gatos ca. 0,7 km vorspanische Siedlung, seit 2015 zugänglich
Playa de Taurito ca. 2,7 km Nachbarstrand mit Lagune
Puerto Rico ca. 4,7 km Hafen mit Whale-Watching-Anbietern
Mogán (Bergdorf) ca. 8,5 km historischer Ortskern im Hinterland
Arguineguín ca. 9,8 km Fischerhafen mit Wochenmarkt