Platz Alameda de Colon

Ein Platz für Kolumbus in der Triana neben der Plaza Cairasco

Die Alameda de Colón in Las Palmas de Gran Canaria liegt direkt neben der Plaza Cairasco und bildet mit dem Gabinete Literario, der Kirche San Francisco de Asís und dem Kulturzentrum CICCA eines der schönsten historischen Ensembles zwischen Triana und Vegueta. Im Zentrum erinnert die Kolumbus-Säule an die Rolle der Stadt als wichtiger Atlantikstützpunkt vor den Fahrten in die Neue Welt. Ein lohnender Ort für alle, die Las Palmas abseits von Strand und Promenade besser verstehen möchten.

 

Alameda de Colón in Las Palmas de Gran Canaria

Ein Platz für Kolumbus zwischen Triana, Plaza Cairasco und Gabinete Literario

Die Alameda de Colón gehört zu diesen Orten in Las Palmas de Gran Canaria, an denen man als Ortsfremder leicht den Überblick verliert – allerdings auf eine sehr angenehme Weise. Denn direkt neben der Alameda liegt die Plaza Cairasco, und wer zum ersten Mal hier unterwegs ist, könnte beide Bereiche ohne Weiteres für einen einzigen großen Platz halten. Die Übergänge sind offen, die historischen Gebäude stehen dicht beieinander, und das städtische Leben zwischen Triana und Vegueta fließt hier ganz natürlich zusammen.

Genau das macht diesen Abschnitt der Altstadt so reizvoll. Die Alameda de Colón ist kein abgeschlossener Platz, den man isoliert betrachten sollte, sondern Teil eines der schönsten historischen Stadträume von Las Palmas de Gran Canaria. Auf der einen Seite liegt die Plaza Cairasco mit dem eleganten Gabinete Literario, auf der anderen Seite die von Lorbeerbäumen gesäumte Alameda de Colón mit dem Kolumbus-Denkmal, der Kirche San Francisco de Asís und dem Kulturzentrum CICCA. Wer hier steht, befindet sich an einer der interessantesten Nahtstellen der Stadt: zwischen dem alten Kaufmannsviertel Triana, der historischen Altstadt Vegueta und dem kulturellen Leben von Las Palmas.

Besonders wichtig ist das Gabinete Literario. Es grenzt direkt an diesen Platzbereich und ist für viele Besucher der eigentliche Blickfang. Mit seiner hellen, eleganten Fassade, den Türmen, den verspielten Formen und seiner langen kulturellen Tradition gehört es zu den bekanntesten Gebäuden der Stadt. Ursprünglich befand sich an dieser Stelle das Teatro Cairasco, das erste Theater von Las Palmas. Später entwickelte sich das Gabinete Literario zu einem wichtigen Treffpunkt des Bürgertums, der Kultur und der Diskussion. Bis heute ist es nicht nur ein schönes Fotomotiv, sondern auch ein Symbol für das geistige und gesellschaftliche Leben der Stadt.

Gleich daneben befindet sich das traditionsreiche Hotel Madrid, das vielen deutschsprachigen Besuchern spätestens dann auffällt, wenn sie durch Triana in Richtung Vegueta spazieren. Das Hotel ist weniger luxuriös als historisch interessant: Es gehört zu jenen Gebäuden, die den alten Charme dieses Viertels bewahrt haben. Zusammen mit dem Gabinete Literario, der Plaza Cairasco und der Alameda de Colón entsteht hier ein Ensemble, das man in Las Palmas nicht übersehen sollte.

Die Alameda de Colón selbst ist langgestreckt und von schattigen Bäumen begleitet. Sie wirkt etwas ruhiger als die benachbarte Plaza Cairasco, aber gerade das macht ihren Reiz aus. Während auf der Plaza Cairasco meist mehr Bewegung herrscht, lädt die Alameda eher dazu ein, kurz stehenzubleiben, auf einer Bank Platz zu nehmen und die Umgebung wirken zu lassen. Wer Las Palmas de Gran Canaria nicht nur als Badeziel, sondern als gewachsene Atlantikstadt verstehen möchte, ist hier genau richtig.

Am oberen Ende der Alameda de Colón steht die Kirche San Francisco de Asís. Die heutige Pfarrei wurde 1821 gegründet, doch der religiöse Ursprung dieses Ortes reicht wesentlich weiter zurück. Bereits 1518 entstand hier ein Franziskanerkloster, eines der frühen geistlichen Zentren der Stadt. Der ursprüngliche Bau wurde beim Angriff des niederländischen Admirals Pieter van der Does im Jahr 1599 schwer beschädigt beziehungsweise zerstört. Die heutige Kirche geht also auf eine sehr viel ältere Tradition zurück, auch wenn ihre heutige Gestalt jünger ist. Besonders verehrt wird in der Kirche die Virgen de la Soledad, die für viele Gläubige in Las Palmas eine große Bedeutung hat.

Von außen wirkt San Francisco de Asís nicht so monumental wie die Kathedrale Santa Ana in Vegueta. Aber gerade darin liegt ihr besonderer Charakter. Die Kirche ist fest im Alltag der Stadt verankert. Sie gehört zu Triana, zu den Prozessionen, zur religiösen Geschichte und zu diesem etwas stilleren Teil der Altstadt. Wer sich für Kirchen, kanarische Stadtgeschichte oder die Semana Santa in Las Palmas interessiert, sollte hier zumindest kurz hineinschauen, sofern die Kirche geöffnet ist.

Am anderen Ende der Alameda befindet sich das CICCA, das Centro de Iniciativas de La Caja de Canarias. Es liegt direkt an der Alameda de Colón und gegenüber der Plaza Cairasco. Das Gebäude ist ein wichtiger Kulturort im Zentrum von Las Palmas. Hier finden Konzerte, Ausstellungen, Vorträge, Kongresse und verschiedene Veranstaltungen statt. Für Besucher, die länger in der Stadt bleiben, lohnt sich ein Blick auf das Programm. Gerade deutschsprachige Residenten und Wintergäste, die nicht jeden Abend an der Strandpromenade von Las Canteras verbringen möchten, finden hier oft interessante kulturelle Angebote mitten in der historischen Stadt.

Im Zentrum der Alameda de Colón steht das Denkmal für Christoph Kolumbus. Die Büste auf der hohen Säule erinnert daran, dass Kolumbus vor seiner Fahrt über den Atlantik auf Gran Canaria Station machte. Las Palmas de Gran Canaria spielt in der Kolumbus-Geschichte eine wichtige Rolle, denn die Kanarischen Inseln waren für die Atlantikfahrten ein entscheidender Zwischenstopp. Auf seiner ersten Reise 1492 musste unter anderem die Karavelle „La Pinta“ repariert werden. Außerdem wurden auf den Kanaren Vorräte ergänzt und die Expedition auf die Weiterfahrt vorbereitet.

Die Verbindung zwischen Kolumbus und Las Palmas ist heute an mehreren Orten sichtbar. Am bekanntesten ist natürlich die Casa de Colón in Vegueta, eines der wichtigsten Museen der Stadt. Doch auch die Alameda de Colón erinnert daran, dass Las Palmas schon früh ein Tor zum Atlantik war. Von hier aus betrachtet man die Stadt nicht nur als Hauptstadt Gran Canarias, sondern als historischen Verbindungspunkt zwischen Europa, Afrika und Amerika. Genau diese Lage hat Las Palmas über Jahrhunderte geprägt.

Das Kolumbus-Denkmal selbst stammt aus dem späten 19. Jahrhundert, einer Zeit, in der viele spanische Städte ihre historischen Bezüge zu Kolumbus und zur Entdeckung Amerikas stärker hervorhoben. Für Las Palmas war dieser Bezug besonders naheliegend. Die Stadt lag strategisch günstig auf der Route in die Neue Welt und entwickelte sich durch den Atlantikhandel, den Hafen und die Verbindungen nach Übersee zu einem wichtigen Knotenpunkt. Heute wirkt die Alameda zwar ruhig und fast bescheiden, doch die Geschichte dahinter ist groß.

Wichtig ist dabei, den historischen Blick nicht zu einfach zu machen. Kolumbus steht für Entdeckungsfahrten, Seefahrt, Handel und den Beginn einer neuen Epoche. Zugleich ist diese Epoche auch mit Gewalt, Kolonisierung und Ausbeutung verbunden. Wer heute vor der Kolumbus-Säule in Las Palmas steht, sieht also nicht nur ein Denkmal für einen Seefahrer, sondern auch einen Erinnerungsort, der zur Geschichte des Atlantiks gehört – mit all ihren Licht- und Schattenseiten. Gerade deshalb ist die Alameda de Colón mehr als nur ein hübscher Platz für ein Foto.

Für einen Spaziergang durch Las Palmas de Gran Canaria ist die Alameda de Colón ideal gelegen. Von hier aus erreicht man in wenigen Minuten die Calle Mayor de Triana, die wichtigste Einkaufsstraße des historischen Zentrums. Ebenso schnell ist man an der Plaza Cairasco, am Gabinete Literario, am Hotel Madrid oder in Vegueta mit der Kathedrale Santa Ana, der Casa de Colón und den alten Gassen rund um die Plaza de Santa Ana. Wer nur einen halben Tag Zeit für die Altstadt hat, sollte diesen Bereich unbedingt einplanen.

Aus meiner Sicht ist die Alameda de Colón einer jener Orte, die man nicht nach Größe bewerten darf. Sie ist kein spektakulärer Monumentalplatz und auch kein klassischer Aussichtspunkt. Ihr Wert liegt in der Lage, in der Geschichte und in der Atmosphäre. Hier treffen Kolumbus-Erinnerung, kanarische Kirchengeschichte, bürgerliche Architektur, Kulturleben und der Alltag von Las Palmas auf engem Raum zusammen. Genau das spürt man, wenn man nicht zu schnell weiterläuft.

Gerade deutschsprachige Urlauber entdecken Las Palmas oft zuerst über den Stadtstrand Las Canteras, den Hafen oder die Einkaufsstraßen. Das ist verständlich, denn Las Canteras gehört zu den schönsten Stadtstränden Europas. Aber die eigentliche Tiefe der Stadt findet man in Vierteln wie Triana und Vegueta. Die Alameda de Colón ist dafür ein guter Einstieg: klein genug, um sie nebenbei zu entdecken, aber geschichtlich bedeutend genug, um länger darüber nachzudenken.

Wer Las Palmas de Gran Canaria wirklich kennenlernen möchte, sollte also nicht nur zur Casa de Colón gehen, sondern auch die Alameda de Colón und die direkt angrenzende Plaza Cairasco bewusst wahrnehmen. Zusammen mit dem Gabinete Literario, der Kirche San Francisco de Asís und dem CICCA bildet dieser Platzbereich eines der schönsten historischen Ensembles der Stadt. Und wer einmal verstanden hat, dass diese Orte zusammengehören, sieht Las Palmas mit etwas anderen Augen.